180 Grad Wende vorwärts

 

 

Voraussetzungen:

- Teilnahme an den Fahrübungen zum Thema Ausweichen

 

 

Lernziel:

- Kennenlernen der Lastwechselreaktionen des Kfz

- Verbesserte Beherrschung des Kfz

- Teilnehmer soll in die Lage versetzt werden, das Kfz um 180 Grad zu wenden

 

 

Ablauf:

- Besprechung des Ablaufs und der Rahmenbedingungen für eine kontrolliert gefahrenen 180 Grad Wende

- Der Trainer fährt mit dem Teilnehmer (auf dem Beifahrersitz) die Übung zweimal

- Danach werden die Teilnehmer gebeten es selber zu versuchen

 

Beispiel für eine Wende nach Links:

- v = 60 - 70 km/h auf trockener Fahrbahn

- v = 50 km/h auf nasser Fahrbahn

- v = 30 – 40 km/h auf glatter Fahrbahn

- Leichter Lenkradeinschlag nach rechts und sofern man fühlt (Nicht früher!), dass das Kfz der Lenkbewegung folgt

- Ruckartiger Lenkradeinschlag nach Links

Das Ziel ist dabei, das Kfz zu Lastwechselreaktionen zu veranlassen und dadurch die Reifen einseitig zu belasten.

- Nachdem (Nicht früher!) das Kfz in die gedachte Linkskurve einfährt, ist die Feststellbremse ruckartig zu Betätigen

Dadurch sollen die Hinterräder zum Blockieren gebracht und die Haftung zwischen den Reifen an der Hinterachse und der Fahrbahn auf ein Minimum verringert werden. Dieses veranlasst dann das Kfz genau das zu tun, was der Fahrer ihm befohlen hat, nämlich dem Lenkeinschlag zu folgen, nur halt etwas schneller wie gewöhnlich.

- Sobald sich das Kfz quergestellt hat (bei ca. 90 Grad), wird die Hinterradbremse gelöst und im Verlauf der  weiteren Drehbewegung des Kfz die Lenkung geradegestellt

Das Kfz begibt sich in dieser Phase aus einer Schleuderbewegung in eine normale Fahrbewegung. Je nach Restgeschwindigkeit bewegt sich das Kfz noch mit hoher Geschwindigkeit weiter Rückwärts.

 

 

 

Erfahrungen des Teilnehmers:

- Wou, die Kiste dreht sich

- Unter welchen Bedingungen bricht ein Kfz aus?

 

 

Hinweis:

- Die Fenster müssen während dieser Übung geschlossen bleiben.

- Das Thema Wenden war überhaupt für mich der Grund, jemals zu einem Sicherheitstraining zu gehen und dafür Geld zu bezahlen. Das dann daraus mehr wurde und das es noch viele andere Themen gibt, auf die man als Kraftfahrer achten muss, lernte ich dann bei meinem ersten Mal und bei den weiteren Malen.

 

Diskussion:

- Was kann man falsch machen und wie wirkt sich das aus?

Beispiel für eine Wende nach links

 

Aktion

Verhalten des Kfz

Am Anfang nicht nach rechts gelenkt

oder

zu lasch (nicht ruckartig und zuwenig) nach links gelenkt

- Kfz wankt zu wenig -> zu geringer Lastwechsel -> Hinterräder haben keine Lastunterschiede -> Hinterräder haben zuviel Grip/Haftung (normalerweise liegt die meiste Last auf dem kurvenäußeren Rad) -> Man hat das Gefühl "Die Kiste kommt nicht rum" -> Kfz fährt einen viel zu grossen Bogen -> Die normale Strassenbreite reicht nicht aus

Hinterradbremse blockiert die Raddrehbewegung nicht schlagartig

- Hinterräder verlieren nicht die Haftung -> Kfz folgt dem Lenkeinschlag viel zu langsam -> Man hat das Gefühl "Die Kiste kommt nicht rum" -> Kfz fährt einen viel zu grossen Bogen

! Wenn man es rechtzeitig merkt, kann man das Kfz noch versuchen abzufangen und geradeaus weiterzufahren.

Man löst die Hinterradbremse zu spät

oder

Man lenkt zu spät in die gewünschte Fahrtrichtung

- Hinterräder bauen zu spät die Haftung auf und beginnen zu spät mit ihrer Drehbewegung -> Kfz dreht/schleudert zu weit rum

! Das Kfz folgt immer dem Lenkungseinschlag. Wenn die Hinterräder wenig Haftung haben ( = blockiert sind), folgt das Kfz dem Lenkungseinschlag besonders schnell. Wenn man das Kfz sicher/langsam in seine neue Position bringen will, benötigt man einen Fahrzustand, in dem das Kfz direkt dem Lenkungseinschlag folgt. Dieser Zustand ist nur gegeben, wenn die Hinterräder sich drehen und eine ausreichend hohe Haftung haben.

 

 

 

 

 

Pylonenaufstellung:

 

Variante 1

 

(Das Kfz fährt von unten nach oben.)

 

Zur Startseite

 

mailto:sicherheitstraining@gmx.ch