Bremsen auf unterschiedlichem Fahrbahnbelag

 

 

Das Bremsen auf unterschiedlichem Fahrbahnbelag ...

 

 

 

Voraussetzungen:

- Teilnahme an der Übung Zielbremsung

- Kenntnis der Wirkung von unterschiedlichen Fahrbahnverhältnissen auf ein Kfz

- Kenntnis des Prinzips der Intervall-/Stotterbremse

 

Lernziel:

Für Kfz ohne ABS

- Intervallbremsen und korrektes Lenken mit dem Ziel der Erreichung des kürzestmöglichen Bremsweges unter Beibehaltung einer stabilen Fahrsituation

- Schlupfbremsen und korrektes Lenken mit dem Ziel der Erreichung des kürzestmöglichen Bremsweges unter Beibehaltung einer stabilen Fahrsituation

Für Kfz mit ABS

- Korrektes Lenken lernen

 

 

 

Ablauf:

- Teilnehmer beschleunigen das Kfz auf ca. 40 bis 60 km/h, befahren eine Fahrbahn mit unterschiedlichem Belag/Reibwerten und leiten dann eine Vollbremsung ein

Für Kfz ohne ABS

- Teilnehmer bringt durch eine unterbrochene Bremspedalbetätigung (Intervallbremsung) das Kfz zum Stillstand

- Teilnehmer bringt durch Schlupfbremsen das Kfz zum Stillstand

Für Kfz mit ABS

- Teilnehmer hält durch angepasstes Gegenlenken das Kfz in der gewünschten Fahrtrichtung

- Auswertbar ist der Bremsweg unter Einhaltung der idealen Fahrspur

 

 

Erfahrungen des Teilnehmers:

- Welche Reaktionen zeigt das Kfz?

- Was fühlt und spürt der Fahrer in dieser Situation?

 

 

Hinweis:

- Der Trainer sollte sehr vorsichtig bei der Wahl seines Standplatzes und stets wachsam sein, da die Fahrer die dollsten Schoten beim Bremsen bringen!

 

Geschicklichkeitstest:

- Diese Übung kann nicht nur als Übung, sondern auch als Geschicklichkeitstest genutzt werden!

Dabei gilt es den Fahrer zu ermitteln, der ein Fahrzeug ohne ABS auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen schnellstmöglich und sicher zum stehen zu bringt. Es wird einmal mit ABS ein Bremstest durchgeführt, welchen es als Zielwert zu überbieten gilt. Bei den Bremsversuchen sollte eine Fahrzeugdrehung gegenüber der Fahrtrichtung von bis zu 20 Grad aktzeptiert werden.

 

 

Pylonenaufstellung:

 

Variante 1

 

 

 

 

Was passiert bei einer Vollbremsung ohne ABS auf einer Fahrbahn mit unterschiedlichen Fahrbahnverhältnissen?

Ein Beispiel:

In Fahrtrichtung gesehen, findet der Fahrer unter den linken Wagenrädern rutschige, unter den rechten dagegen eine griffige Fahrbahn vor. Der Fahrer steigt auf die Bremse, die Räder auf der griffigen Hälfte rechts, übertragen mehr Bremskräfte als jene auf der rutschigen Spur. Das Auto beginnt links auszubrechen und sich zu drehen.

 

 

 

 

 

 

 

Das Intervall-/Stotterbremsen (für Kfz ohne ABS)

 

Das Prinzip

Das Intervallbremsen unterteilt sich in die Bremszeit (Zeit in der das Bremspedal betätigt wird) und einer Pausenzeit (Zeit in der das Bremspedal nicht betätigt ist und eventuelle Lenkeingriffe erfolgen). Da bis zum Stillstand des Kfz das Bremspedal mehrmals gelöst und wieder (intervallartig) betätigt wird, spricht man vom Intervallbremsen.

Die Bremszeit ist abhängig von der Differenz der Kraftschlussbeiwerte zwischen linker und rechter Fahrbahnseite ( = unterschiedliche Fahrbahnverhältnisse). Wahrscheinlich können auch unterschiedliche Kraftschlussbeiwerte an Vorder- und Hinterachse einen Einfluss haben, der in dieser Betrachtung aber vernachlässigt wird.

Die Pausenzeit ist abhängig vom Grad des Gierwinkels (Wie stark hat sich das Kfz gedreht, bezogen auf die ursprüngliche Fahrtrichtung?), der nach Betätigung der Bremse aufgetreten ist.). Je stärker sich das Kfz gedreht hat, desto grösser ist der notwendige Lenkradeinschlag und desto grösser ist auch der Zeitraum, den das Kfz benötigt, bis es sich wieder in seiner gewünschten Fahrtrichtung befindet.

 

Die Technik

Der Fahrer tritt aus den verschiedensten Gründen auf die Bremse. Nun stellt er fest, das das Kfz sich zu drehen beginnt. Er löst die Bremse (vollständig) und stellt das Lenkrad (etwas schneller als das Kfz sich drehen tut) in die Position, so das die Vorderräder in die gewünschte Fahrtrichtung zeigen. Sobald die Drehbewegung abgeklungen ist und sich das Kfz zumindest annähernd in der gewünschten Fahrtrichtung befindet, wird erneut mit ganzer Kraft auf das Bremspedal getreten (Es sei denn, es gibt keine Grund mehr zum Anhalten.) und erst wenn sich das Kfz wieder zu drehen beginnt, wird die Bremse gelöst und mittels der bereits genannten Lenktechnik versucht das Fahrzeug wieder auszurichten. Diese Bedienhandlungen wiederholen sich bis zum Stillstand des Kfz (soweit gewünscht). Sollte sich die Drehbewegung nicht abfangen lassen, sollte man mittels einer Vollbremsung versuchen noch möglichst viel Geschwindigkeit (Energie) abzubauen. Erfahrene Fahrer können auch versuchen die Drehbewegung, durch Bedienung des Lenkrades, der Bremse und/oder der Feststellbremse, geschickt auszunutzen und sich vielleicht eine "bessere" Abflugposition zu verschaffen, bevor die Strasse verlassen wird.

 

 

Das Schlupfbremsen (für Kfz ohne ABS)

 

Der Fahrer betätigt das Bremspedal gerade so, das sich die Räder gerade noch drehen. Das Ziel sollte der Aufbau von soviel Bremskraft sein, das die Räder nicht vollständig blockieren (leichtes Blockieren zwischendurch kommt vor und ist auch gut so) und das Fahrzeug nicht ausbrechen tut. Die Lenkfähigkeit hat dabei aber keine Bedeutung. Sollte das Kfz doch ausbrechen muss man in jedem Falle die Technik des Intervallbremsens anwenden.

 

Ablauf:

- Zuerst mit voller Kraft auf das Bremspedal treten (bei glatter Fahrbahn mit verminderter Kraft)

- Sofern die Räder zu blockieren beginnen die Bremskraft zurück nehmen, so das sich die Vorderräder gerade noch drehen

- Der Kraftschluss zwischen Reifen und Fahrbahn ist von diesen beiden Grössen (Reifen, Fahrbahn) abhängig.

 

Hinweis:

Es wird nur mit Schlupf gebremst, wenn man sich sicher ist, das man es in der jeweiligen Situation beherrscht und wenn:

- v > 70 km/h auf trockener Fahrbahn

- v > 50 km/h auf glatter Fahrbahn

- man keinen Ausweg/Fluchtweg, aufgrund eines zu langen Bremsweges, suchen muss!!!

 

 

 

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