Kreisfahrt

 

 

Die Kreisfahrt ...

 

Voraussetzungen:

- Kammscher Kreis, Achslastverlagerungen und deren Wirkung auf die Änderung der Reifenaufstandskräfte, Seitenkraft-Schlupf-Kennlinien

 

 

Lernziel:

- Übersteuern

- Untersteuern

- Lastwechselreaktionen des Kfz

- Umgang mit dem Gaspedal und Lenkrad

 

 

Ablauf:

- Es gibt, je nach Lernziel, unterschiedliche Abläufe. Im folgenden wird nur einer beschrieben.

- Der Trainer fährt dem, auf dem Beifahrersitz sitzenden, Teilnehmer die Übung vor.  Danach sollte der Teilnehmer den folgenden Ablauf selbständig durchführen.

- Kfz im Kreis bis in den zweiten Gang beschleunigen

- Lenkradeinschlagwinkel dem Kreisdurchmesser anpassen, so das mit konstantem Lenkradeinschlag gefahren werden kann

- Beide Hände umfassen das Lenkrad, wobei die kurvenäußere Hand sich in der 12 Uhr Stellung befindet.

- Langsam das Gaspedal durch drücken und das Fahrverhalten beobachten (Vergrössert sich der gefahrene Kreisdurchmesser ?)

- Das Kfz sollte dann bis in den Grenzbereich (deutliches Über- oder Untersteuern) gefahren werden.

- Sobald der Fahrer feststellt, das das Kfz auszubrechen beginnt, sollte er schlagartig die Kupplung treten. Um dem Fahrer das erkennen des Grenzbereiches zu erleichtern, kann der Trainer ihm dieses auch mitteilen.

- Nach mehreren Runden sollten die Erfahrungen des Teilnehmers ausgewertet werden.

- Der Teilnehmer sollte die Möglichkeit haben, in weiteren Runden sein eigenes und das Verhalten des Kfz zu verstehen und zu beherrschen lernen.

- Fahraktive Teilnehmer sollten lernen, nur durch einen behutsamen Umgang mit dem Gaspedal das Kfz aus dem Drift in eine stabile Fahrtposition zu bringen (das Kfz mit dem Gaspedal zu lenken).

 

 

Erfahrungen des Teilnehmers:

- Welche Lastwechselreaktionen zeigt das Kfz beim schnellen Kurven fahren?

- Wie und wo bricht das Kfz beim Kurven fahren aus?

- Welche Kräfte wirken wo und wie auf den Fahrer?

- Wie wirkt sich langsames Gas geben und Gas wegnehmen auf das Fahrverhalten aus?

- Wie wirkt sich ruckartiges Gas geben und Gas wegnehmen auf das Fahrverhalten aus?

- Wie verhält sich das Kfz bei konstanter Gaspedalstellung und konstantem Lenkradeinschlag?

- Wie verhält sich das Kfz bei konstanter Gaspedalstellung und gleichzeitig durchgeführten langsamen und kleinen Lenkradbewegungen?

- Wie verhält sich das Kfz bei konstanter Gaspedalstellung und gleichzeitig durchgeführten schnellen und grossen Lenkradbewegungen?

 

 

Hinweis:

- Der am Kurvenaußenrand sitzenden Person wird beim fahren im Kreis meist zuerst schlecht!

 

 

Pylonenaufstellung:

 

Variante 1

 

 

 

Diskussion der Haupt- und Hilfsstellgrössen bei der Kreisfahrt

 

Bei schneller Kurvenfahrt auf trockener Strasse dient die Gaspedalstellung als Hauptstellgrösse und die Lenkradbewegung als Hilfsstellgröße. Bei langsamer Kurvenfahrt auf glatter Strasse dient die Lenkradbewegung als Hauptstellgrösse und die Gaspedalstellung als Hilfsstellgrösse.

 

Begründung:

- Auf trockener Fahrbahn erzeugen die Vorderreifen im Drift ein indirektes Lenkgefühl, welches korrektes Lenken erschwert. Weiterhin würde ein theoretisch mögliches Verringern des Lenkradeinschlages nichts nutzen, da man im Strassenverkehr ja gar nicht so grosse Kurven hat, um einen grösseren Radius zu fahren.

- Auf glatter Fahrbahn läßt sich durch ein Verringern des Lenkradeinschlages viel erreichen, da man davon ausgehen kann das der dafür benötigte Platz meist vorhanden ist. Die Antriebsleistung lässt sich auf glatter Fahrbahn nur schlecht dosieren (Ruckartiges Gaswegnehmen kann auch zum Blockieren der Antriebsräder führen).

 

Merke:

- Bei hoher Geschwindigkeit wird nur gebremst, aber nicht gelenkt.

- Bei niedriger Geschwindigkeit wird das Kfz zuerst in eine sichere Position gebracht und dann notfalls gebremst.

 

 

Darstellung des Verhaltens der Lenkradhaltekraft bei zunehmender Geschwindigkeit in der Kreisfahrt

 

Die maximal mögliche Geschwindigkeit in der Kurve ist durch die Formel

 

Kurvengrenzgeschwindigkeit = 11,3*sqr(Kraftschlussbeiwert*Kurvenradius)

 

definiert (sqr = square root = Wurzel ziehen).

Kurvengrenzgeschwindigkeit = [km/h]

Kurvenradius = [m]

 

Sobald die Kurvengrenzgeschwindigkeit überschritten ist, fällt die Lenkradhaltekraft ruckartig (das Lenkrad fühlt sich ganz leicht an) und erst mit erreichen einer deutlich niedrigeren Geschwindigkeit, ist das Kfz wieder lenkbar.

 

 

 

Weiter Fragen:

Welche Grenzgeschwindigkeiten lassen reale Kurven zu?

Generell gilt auch in Kurven die Formel

Kurvengrenzgeschwindigkeit = 11,3*sqr(Kraftschlussbeiwert*Kurvenradius)

Wenn man als Vorbedingung annehmen tut, was nicht immer richtig ist, das der Kraftschlussbeiwert im gesamten Kurvenbereich gleich ist, dann muss man nur noch den Kurvenradius bestimmen. Dieses ist mit verschiedenen Messmethoden möglich. Die Methoden sind im Ordner Grundlagen->Vermessung von Unfallstellen beschrieben.

 

 

Video von www.roadatlanta.com

 

 

 

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